Armored Likho: BusySnake-Stealer trifft Behörden & Energie
Die Hackergruppe Armored Likho setzt die Schadsoftware BusySnake ein, um Regierungsbehörden und den Energiesektor in Russland, Brasilien und Kasachstan anzugreifen. Das berichtet der Sicherheitsanbieter Kaspersky in einer aktuellen Analyse. Die Gruppe operiert seit mindestens 2021 und kombiniert finanzielle Erpressung mit gezielter Spionage.

Wer steckt hinter Armored Likho?

Die Gruppe verfolgt eine doppelte Strategie. Einerseits kapert sie Online-Banking-Zugänge und Kryptowallets privater Nutzer. Andererseits dringt sie in Netzwerke von Ministerien und Stromversorgern ein. „Armored Likho verbindet finanzielle Kampagnen gegen Einzelpersonen mit gezielter Cyberspionage gegen Organisationen“, erklärt Kaspersky. Die genaue Herkunft bleibt unklar – Hinweise deuten auf russischsprachige Täter, aber eine staatliche Steuerung ist nicht belegt.
Die Hackergruppe Armored Likho setzt die Schadsoftware BusySnake ein, um Regierungsbehörden und den Energiesektor in Russland, Brasilien und Kasachstan …
BusySnake – eine unterschätzte Gefahr

Die Schadsoftware BusySnake ist ein sogenannter Stealer. Sie saugt Browser-Cookies, gespeicherte Passwörter und Kryptowallet-Dateien ab. Dann exfiltriert sie die Daten über verschlüsselte Kanäle. Anders als bekannte Schädlinge wie RedLine oder Vidar wird BusySnake kaum von Antivirenprogrammen erkannt. Laut Kaspersky nutzt die Malware ausgeklügelte Verschleierungstechniken, um der Analyse zu entgehen.
Ein Beispiel: In einer Attacke auf ein brasilianisches Energieunternehmen gelang es den Hackern, drei Monate unentdeckt zu bleiben. Erst ein interner Audit förderte die Kompromittierung zutage. Der Schaden: gestohlene Zugangsdaten zu kritischen Steuerungssystemen.
Warum Sie sich jetzt kümmern sollten
Vielleicht denken Sie: „Das betrifft nur große Konzerne und Behörden.“ Doch der Stealer zielt auch auf Privatpersonen ab – vor allem auf Nutzer von Kryptowährungen. Jeder mit einem unsicheren PC oder einem schwachen Passwort kann ins Visier geraten. Die Täter verkaufen gestohlene Zugänge im Darknet, oft für wenige Dollar pro Stück.
Ein häufiger Irrglaube: „Ein gutes Antivirenprogramm schützt mich vollständig.“ Falsch. BusySnake umgeht viele Erkennungsmechanismen, indem es sich als harmlose Software tarnt. Der beste Schutz ist ein gesundes Misstrauen gegenüber unaufgeforderten Fernwartungsanfragen und regelmäßige Passwortänderungen.
So schützen Sie sich
Kaspersky empfiehlt: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle wichtigen Konten. Installieren Sie nur Software aus vertrauenswürdigen Quellen. Und blockieren Sie ungenutzte Remote-Desktop-Dienste in Ihrer Firewall. Unternehmen sollten zudem Netzwerksegmentierung und regelmäßige Sicherheitsaudits einführen.
Mehr zu diesem Thema finden Sie unter Cybersicherheit und Schadsoftware.
Comments
Post a Comment