Perplexity-Chrome-Erweiterung: Gefälschte Suche abgefangen
Eine bösartige Chrome-Erweiterung gab sich als Perplexity aus und leitete Suchanfragen um. Microsoft deckte die Malware auf, Google entfernte sie.

Was ist passiert?

Microsoft-Forscher haben eine schädliche Chrome-Erweiterung entdeckt, die sich als der KI-Suchdienst Perplexity ausgab. Im Stillen protokollierte sie, wonach Nutzer suchten – und mehr.
Jede Abfrage und jedes Zeichen, das in die Adresszeile getippt wurde, leitete die Erweiterung über einen Server der Angreifer um. Erst dann wurden die Nutzer zu den echten Suchergebnissen weitergeleitet. Ein unsichtbarer Mittelsmann.
Die Erweiterung trug schlicht den Namen „Perplexity“. Google hat sie inzwischen aus dem Chrome Web Store entfernt, nachdem Microsoft die Schwachstelle verantwortungsvoll gemeldet hatte.
Wie funktioniert der Angriff?

Stell dir vor, du tippst eine vertrauliche Anfrage in die Adresszeile – etwa zu einem Projekt oder einem Passwort. Die Erweiterung schnappt sich alles. Jedes Zeichen. Bevor die Anfrage den Server erreicht, passiert sie den Angreifer.
Das ist kein simpler Keylogger. Es ist eine Umleitung auf Systemebene, die den gesamten Browser-Traffic umleitet. Microsoft spricht von einer „Man-in-the-Middle“-Position, die selbst verschlüsselte Verbindungen aushebeln kann.
Warum gerade Perplexity? Der KI-Dienst ist im Trend. Kriminelle kopieren beliebte Marken, um Vertrauen zu erschleichen. Eine Lektion für dich: Nicht jede Erweiterung mit vertrautem Namen ist echt.
Was bedeutet das für dich?
Die Erweiterung ist zwar entfernt, doch ähnliche Angriffe wird es wieder geben. Microsoft warnt: Prüfe Erweiterungen genau. Schau auf die Bewertungen, die Download-Zahlen und den Entwickler. Eine neue Erweiterung mit wenigen Installationen ist verdächtig.
Ein Irrglaube: „Google prüft jede Erweiterung vor Veröffentlichung.“ Die Realität sieht anders aus. Google verlässt sich teilweise auf automatisierte Scans. Betrügerische Erweiterungen schlüpfen immer wieder durch.
Du solltest regelmäßig deine installierten Erweiterungen überprüfen. Entferne, was du nicht brauchst. Und aktiviere den „Safe Browsing“-Modus in Chrome – er erkennt bekannte schädliche Erweiterungen.
Weitere Beispiele für getarnte Malware
Das ist kein Einzelfall. 2023 tauchte eine gefälschte Chrome-Erweiterung für ChatGPT auf, die Facebook-Konten kaperte. 2024 gab es eine Fake-Erweiterung für LastPass. Immer das gleiche Muster: eine vertraute Marke, ein harmloses Icon – und böse Absicht.
Microsoft empfiehlt, Erweiterungen nur aus dem offiziellen Store zu installieren – und selbst dort kritisch zu sein. Ein Blick in die Berechtigungen der Erweiterung hilft: Warum braucht ein Such-Tool Zugriff auf alle Daten aller Websites?
Die Zahl solcher Angriffe steigt. Laut Microsoft sind Erweiterungen ein wachsender Einfallstor. Sie laufen im Browser, umgehen viele Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems.
Wie schützt du dich?
Erstens: Installiere nur Erweiterungen, die du wirklich brauchst. Zweitens: Lies die Berechtigungen. Drittens: Halte Chrome und alle Erweiterungen aktuell. Viertens: Nutze ein Anti-Malware-Tool, das auch Browser-Erweiterungen scannt.
Microsoft hat die Erweiterung „Perplexity“ analysiert und ihre Kommunikation mit den Angreifern nachvollzogen. Die Daten wurden an einen Server in Russland gesendet. Die genaue Anzahl der betroffenen Nutzer ist unbekannt – Google schweigt dazu.
Ein konkreter Tipp: Gib vertrauliche Daten – wie Passwörter oder Kreditkartennummern – niemals direkt in die Adresszeile ein. Nutze dafür die Suchleiste einer vertrauenswürdigen Website.
Fazit
Die gefälschte Perplexity-Erweiterung ist ein Weckruf. Browser-Erweiterungen sind praktisch, aber auch ein Sicherheitsrisiko. Microsoft und Google arbeiten daran, den Store sauber zu halten – doch der beste Schutz bist du selbst.
Überprüfe noch heute deine Erweiterungen. Entferne, was dir spanisch vorkommt. Und denk dran: Nicht jede grüne Ampelfarbe im Store bedeutet, dass eine Erweiterung sicher ist.
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