Grandoreiro & BTMOB: Banking-Trojaner greifen Windows und…

Neue Kampagnen mit Grandoreiro und BTMOB RAT infizieren Windows und Android. Besonders betroffen: Unternehmen in Spanien, Portugal und Mexiko sowie Mobi…

Grandoreiro Malware

Grandoreiro: Ein alter Bekannter kehrt zurück

Grandoreiro Malware

Grandoreiro ist kein Neuling. Der Banking-Trojaner geistert schon seit Jahren durch Lateinamerika. Jetzt hat er Europa im Visier. Laut WatchGuard und ESET zielen die aktuellen Kampagnen auf Unternehmen in Spanien, Portugal und Mexiko. Die Masche bleibt gleich: Phishing-Mails mit infizierten Anhängen.

Einmal installiert, horcht Grandoreiro die Tastatureingaben aus und stiehlt Bankzugänge. Was viele nicht wissen: Der Trojaner kann sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungen umgehen. Das ist ein massives Problem für Firmen, die auf solche Sicherheitsmaßnahmen vertrauen.

BTMOB: Der unsichtbare Spion auf Ihrem Android

Grandoreiro Malware

Parallel dazu verbreitet sich BTMOB RAT. Dieser ferngesteuerte Zugang (Remote Access Trojan) zielt auf Android-Nutzer in Brasilien. Er tarnt sich als legitime App – etwa als Bank-App oder Systemupdate. Einmal aktiviert, liest er SMS, protokolliert Anrufe und kann sogar den Bildschirm mitfilmen.

Besonders perfide: BTMOB fordert Zugriffsrechte auf die Barrierefreiheits-Funktionen von Android. Das erlaubt ihm, nahezu jede Aktion auf dem Gerät zu überwachen. Für die Betrüger ist das ein gefundenes Fressen: Sie können so Transaktionscodes aus SMS abgreifen, ohne dass das Opfer es merkt.

Wie können Sie sich schützen?

Die Antwort ist einfach, aber unbequem: Installieren Sie Apps nur aus offiziellen Quellen wie dem Google Play Store. Überprüfen Sie Berechtigungen kritisch. Eine Taschenlampe braucht keinen Zugriff auf Ihre Kontakte. Und: Halten Sie Ihr System immer aktuell.

Das klingt nach Standard-Tipps – und das sind sie auch. Aber genau deshalb werden sie so oft ignoriert. Die Daten sprechen eine klare Sprache: Laut ESET sind die Infektionsraten in Brasilien um 40 % gestiegen, seit die Kampagne aktiv ist.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Für Firmen in Europa und Lateinamerika heißt es: Wachsamkeit ist alles. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter im Erkennen von Phishing-Mails. Nutzen Sie Endpoint-Security-Lösungen, die auch Dateianhänge in E-Mails scannen. Und vor allem: Setzen Sie nicht allein auf Passwörter. WatchGuard empfiehlt zusätzlich Multi-Faktor-Authentifizierung mit Hardware-Tokens.

Ein weiterer Punkt: Segmentieren Sie Ihre Netzwerke. So verhindern Sie, dass sich ein Trojaner wie Grandoreiro im ganzen Unternehmen ausbreitet. Das ist teuer, aber günstiger als ein erfolgreicher Angriff.

Die Zukunft der Bedrohungen

Es wird nicht besser werden. Die Täter professionalisieren sich. Grandoreiro und BTMOB sind nur zwei Beispiele. Wir müssen lernen, mit dieser Bedrohung zu leben – und uns jeden Tag aufs Neue zu schützen. Denn die Angreifer schlafen nicht.

Mehr zu diesem Thema finden Sie unter den Labels Malware und Banking-Trojaner.

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